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Archiv 2003
Unterföhring, 27. November 2003

Wertkorrekturen führen bei EM.TV nach neun Monaten 2003 zu einem Konzernjahresfehlbetrag von 100,5 Mio. Euro
  • Hohe Abschreibungen auf immaterielle Werte und Beteiligungsansätze in AG und Konzern
  • Positive Umsatzentwicklung dank neuer Sportaktivitäten
  • Restrukturierung der Wandelanleihe initiiert
 

Die EM.TV & Merchandising AG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2003 eine positive Umsatzentwicklung im Konzern verzeichnet. Das Ergebnis ist jedoch erneut durch Sondereffekte geprägt. So wurden im dritten Quartal im AG- und Konzernabschluss hohe Wertkorrekturen im Rahmen der ordnungsgemäßen Überprüfung von immateriellen Werten und Beteiligungsansätzen vorgenommen. Gleichzeitig wird die Restrukturierung der Wandelanleihe durch die heute bekannt gegebene Einigung mit einem bedeutenden Teil institutioneller Wandelanleihe-Gläubiger  auf den Weg gebracht.

Werner E. Klatten, EM.TV-Vorstandsvorsitzender: „Die Geschäftszahlen der ersten neun Monate dokumentieren bereits die Richtigkeit, unser Kerngeschäft um den Bereich Sport zu erweitern. So führte die Konsolidierung unserer Beteiligungen an DSF, Sport1 und PLAZAMEDIA zu einer spürbaren Belebung des Konzernumsatzes. Die im dritten Quartal vorgenommenen, notwendigen Wertkorrekturen auf Vermögenswerte im klassischen Kinder- und Jugendgeschäft begleiten uns bei der letzten großen Sanierungsaufgabe, der Restrukturierung der Wandelanleihe. Die Restrukturierung wird die strategische Neuausrichtung von EM.TV sichern.“

Umsatzsteigerung von 12,6 Prozent
Der nach IFRS-Rechnungslegung bilanzierende EM.TV-Konzern weist für die ersten neun Monate 2003 einen Umsatz von 177,4 Mio. Euro aus. Das ist eine Steigerung von 12,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (157,6 Mio. Euro). Im dritten Quartal stiegen die Erlöse von 63,3 Mio. Euro um 15,2 Prozent auf 72,9 Mio. Euro. Diese positive Umsatzentwicklung ist auf die Konsolidierung der Beteiligungen im Bereich Sport zurückzuführen. DSF und Sport1 (seit 1. Juli einbezogen) sowie der Sportproduktionsdienstleister  PLAZAMEDIA (seit 1. Juni einbezogen) lieferten für die Monate Juli bis September einen Umsatzbeitrag von 37,1 Mio. Euro. Die im dritten Quartal verkaufte Jim Henson Company ist in der Gewinn- und Verlustrechnung bis zum 31. Juli 2003 mit einem Verlust von 11,3 Mio. Euro enthalten. Bei der Entkonsolidierung ergab sich auf Grund des gezahlten Kaufpreises ein Entkonsolidierungsgewinn von 19,1 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im EM.TV-Konzern wurde von erheblichen Sonderkosten in Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen (u.a. Verkauf der Restbeteiligung an der Formel 1, Verkauf der Jim Henson Company) belastet und beträgt in den ersten neun Monaten 2003 minus 8,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: plus 7,3 Mio. Euro). Die Abschreibungen blieben in den ersten neun Monaten mit 69,9 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (69,7 Mio. Euro). Allein 43,4 Mio. Euro dieses Betrages entfielen auf das dritte Quartal. Hierin enthalten sind Sonderabschreibungen auf Filmvermögen als Folge der kritischen Überprüfung der Wertansätze von immateriellen Vermögenswerten (Impairments Tests) in Höhe von 29,3 Mio. Euro. Sonderabschreibungen waren im Wesentlichen beim Joint-Venture Junior.TV GmbH & Co. KG, bei Koproduktionsgesellschaften und bei der Tochtergesellschaft EM.TV & Wavery B.V. erforderlich. Die Wertkorrekturen erfolgten auf Grund der anhaltenden Schwäche des Marktes für Kinder- und Jugendprogramme. Die aktualisierten Wertansätze sind durch Untersuchungen unterlegt, welche von Investmentbanken und Beratern im Zuge der Verhandlungen über die Restrukturierung der Wandelanleihe durchgeführt wurden. 

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der ersten neun Monate erreichte minus 78,0 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: minus 62,5 Mio. Euro). Mit minus 31,4 Mio. Euro hat sich das Finanzergebnis von Januar bis September 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum (minus 53,4 Mio. Euro) erheblich verbessert. Dies ist unter anderem auf geringere Zinszahlungen als Folge der vollständigen Tilgung des Junior-Kredits zurückzuführen.
Nach Steuern und Anteilen von Minderheitsgesellschaftern weist der Konzern einen Neun-Monats-Fehlbetrag von 100,5 Mio. Euro nach einem Fehlbetrag von 115,1 Mio. Euro im Zeitraum Januar bis September 2002 aus. Der Fehlbetrag des dritten Quartals in Höhe von 43,1 Mio. Euro entspricht annähernd dem des Vorjahreszeitraums (44,9 Mio. Euro).

Liquidität des Konzerns verbessert, Eigenkapital reduziert
Der EM.TV-Konzern weist für die ersten neun Monate 2003 - vorwiegend auf Grund des Verkaufs der Jim Henson Company - einen positiven Cash-Flow in Höhe von 91,2 Mio. Euro nach einem negativen Cash-Flow von 32,3 Mio. Euro in der Vergleichsperiode 2002 aus.

Die liquiden Mittel des Konzerns lagen zum 30. September 2003 mit 127,5 Mio. Euro über dem Wert zum 31. Dezember 2002 (90,6 Mio. Euro). Die freie Liquidität der AG betrug 76 Mio. Euro per 30. September 2003. Damit ist die Liquidität des Konzerns und der AG für das Jahr 2004 gesichert. EM.TV benötigt die vorhandenen Liquiditätsreserven zur Programmproduktion, zur planmäßigen Reduzierung von Verbindlichkeiten sowie im Rahmen der Restrukturierung der Wandelschuldverschreibung. Der nach neun Monaten ausgewiesene Fehlbetrag führte zur Verringerung des Konzereigenkapitals auf 4,6 Mio. Euro per 30. September 2003 (31. Dezember 2002: 129,9 Mio. Euro).

AG mit Wertkorrekturen von 79,6 Mio. Euro
Die im dritten Quartal im Rahmen der Impairment Tests vorgenommenen  Wertkorrekturen bei Vermögenswerten summierten sich im Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellt wurde, auf 79,6 Mio. Euro. Davon entfielen allein 60,0 Mio. Euro auf den 50-%-Anteil am Joint-Venture Junior.TV, dessen Beteiligungsansatz vor allem auf Grund der drastischen Veränderungen auf den internationalen PayTV-Märkten reduziert wurde.
Durch den für die ersten neun Monate im Einzelabschluss ausgewiesenen Fehlbetrag sank das Eigenkapital der AG per 30. September 2003 auf 95,6 Mio. Euro (31. Dezember 2002: 237,5 Mio. Euro).

Ausblick auf Gesamtjahr 2003
Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr 2003 unverändert mit einem Konzernumsatz in der Größenordnung von über 250 Mio. Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatzbeitrag der neuen Sportaktivitäten wird den Umsatzwegfall durch den Verkauf der Jim Henson Company mindestens kompensieren.

Der EM.TV-Konzern wird im Jahr 2003 erneut einen deutlichen Fehlbetrag ausweisen, der über dem Wert der ersten neun Monate liegen wird.
Für den Fehlbetrag sind vor allem folgende Einflussfaktoren maßgebend:

  • die im dritten Quartal vorgenommenen Wertkorrekturen bei immateriellen Vermögenswerten;
  • die laufende jährliche Abschreibung von rund 23 Mio. Euro auf den Anteil an der Tele München Gruppe;
  • die jährlichen Zinsaufwendungen für die Wandelschuldverschreibung
    (42 Mio. Euro).

Die weitere Entwicklung des Konzerns wird von der Umsetzung der bekannt gegebenen Maßnahmen zur Restrukturierung der Wandelschuldverschreibung abhängig sein. Gelingt entgegen den Vorstellungen des Managements die Restrukturierung nicht, ist aus heutiger Sicht eine Insolvenz der EM.TV & Merchandising AG unvermeidlich.

EM.TV & Merchandising AG Frank Elsner Kommunikation für
Sabine Lais Unternehmen GmbH
Tel.: +49 (0)89 99 500 461 Tel.: +49 (0)5404 91 92 0
Fax: +49 (0)89 99 500 466 Fax: +49 (0)5404 91 92 29



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