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Archiv 2003
Unterföhring, 31. März 2003

Sonderabschreibungen prägen auch 2002 den Jahresabschluss von EM.TV
  • Vermarktungserfolge trotz nochmals verschlechtertem Marktumfeld
  • Umsatz nahezu auf bereinigtem Vorjahresniveau
  • Konzern schließt mit Fehlbetrag von 310 Mio. Euro ab
Die EM.TV & Merchandising AG hat im Geschäftsjahr 2002 trotz eines nochmals verschlechterten Branchen- und Kapitalmarktumfelds große Vermarktungserfolge erzielt. Dem Produktions- und Rechtehandelsunternehmen gelang es, ungeachtet der restriktiven Einkaufspolitik der TV-Sender mehr als 20.000 halbe Stunden Kinder- und Jugendprogramme an Sender in über 115 Ländern zu verkaufen. Somit setzte sich die bereits 2001 erreichte operative Trendwende bei EM.TV fort.

Die tiefgreifenden Veränderungen in der nationalen und internationalen Medienlandschaft, insbesondere der Zusammenbruch der KirchGruppe, verzögerten und erschwerten vergangenes Jahr jedoch die Restrukturierung und strategische Neuausrichtung von EM.TV erheblich. Die operativen und bilanziellen Auswirkungen der Insolvenz der Kirch-Unternehmen sind von EM.TV zu bewältigen; sie führen aber zu Umsatzausfällen und bilanziellen Belastungen. Wichtigster Einflussfaktor im Abschluss 2002 war in diesem Zusammenhang die weitgehende Abschreibung der an die Bayerische Landesbank verkauften Restbeteiligung an der Speed Investments Ltd., die das Ergebnis mit 195,8 Mio. Euro belastete. In der Folge schloss der EM.TV-Konzern 2002 erneut mit einem signifikanten Verlust ab.

Klatten: "In schwachem Umfeld gut geschlagen"

Werner E. Klatten, EM.TV-Vorstandsvorsitzender: "Das Jahr 2002 bietet für EM.TV ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite haben wir uns in einem schwachen konjunkturellen Umfeld gut geschlagen und überdies wichtige Grundlagen für die Neuausrichtung des Unternehmens auf neue Genres und Zielgruppen gelegt. Auf der anderen Seite hat uns vor allem der Zusammenbruch der Kirch-Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt.

Insgesamt bin ich unverändert überzeugt, dass EM.TV auf einem guten Wege ist, gestärkt aus den Umbrüchen der Medienbranche hervorzugehen."

Zu den Highlights der Geschäftsjahres 2002 zählten:

  • Erwerb europäischer Vermarktungsrechte im Merchandising für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006TM und damit für das größte und wichtigste Merchandisingrecht weltweit.
  • Vermittlung eines umfangreichen Lizenzvertrages zwischen der FIFA und dem KarstadtQuelle-Konzern für die Vermarktung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006TM; geplante Schaffung einer einzigartigen Vermarktungsplattform für das Merchandising mit über 300 Outlets in Deutschland.
  • Erfolgreiche Vermarktung der TV-Rechte des Schwergewichts-Boxkampfes Lennox Lewis gegen Mike Tyson.
  • Abschluss großer Programm-Rahmenverträge mit SF DRS, Kinderkanal und Tele 5.
  • Abschluss der Portfoliobereinigung bei den Beteiligungen der zweiten Ebene.

Positives EBITDA von 8 Mio. Euro

Der nach IAS/IFRS-Rechnungslegung bilanzierende EM.TV-Konzern erreichte im Jahr 2002 einen Umsatz von 249,9 Mio. Euro, wovon alleine 92,3 Mio. Euro auf das starke vierte Quartal entfielen. Die im Vorjahr ausgewiesenen Erlöse von 721,6 Mio. Euro sind auf Grund von zahlreichen seinerzeit angefallenen Konsolidierungs- und Entkonsolidierungseffekten, vor allem in Zusammenhang mit der Restbeteiligung an der Formel 1-Gruppe, nicht vergleichbar. Um diese Effekte bereinigt hätte der Umsatz 2001 bei 264,3 Mio. Euro gelegen. Somit errechnet sich ein moderater Rückgang von 5,4 Prozent, der das schwierige Marktumfeld widerspiegelt.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 8,4 Mio. Euro und lag damit leicht über dem vergleichbaren Vorjahreswert (7,2 Mio. Euro, bereinigt um Konsolidierungs- und Entkonsolidierungseffekte sowie um Sondererträge). Die Abschreibungen lagen bei 96,9 Mio. Euro und damit deutlich unter dem durch hohe Sonderabschreibungen geprägten Vorjahreswert (419,1 Mio. Euro).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug minus 88,5 Mio. Euro (Vorjahr: minus 133,3 Mio. Euro; bereinigt und vergleichbar: minus 302,9 Mio. Euro).

Der Anstieg des negativen Finanzergebnisses von 197,3 Mio. Euro auf minus 251,7 Mio. Euro ist auf die Abschreibung der zur Formel 1-Gruppe gehörenden Finanzbeteiligung Speed Investments Ltd. um 195,8 Mio. Euro auf einen Restbuchwert von 8,5 Mio. Euro zurückzuführen.

Die Abschreibung erfolgte im Zusammenhang mit der im Februar 2003 mit der Bayerischen Landesbank getroffenen Vereinbarung, den mit einem Pfandrecht belasteten Speed-Anteil gegen eine Einmalzahlung und einen nicht bilanzierungsfähigen Besserungsschein zu verkaufen. Wie in den Vorjahren wurde die negative Entwicklung des Aktienkurses der Constantin Film AG durch eine Abwertung des Wertansatzes der 16,4-Prozent-Beteiligung berücksichtigt. Die Abwertung belief sich 2002 auf 16,2 Mio. Euro und belastete das Finanzergebnis zusätzlich.

Das Konzernergebnis vor Steuern erreichte minus 340,2 Mio. Euro (2001: minus 330,6 Mio. Euro). Nach Steuern und Minderheitenanteilen weist der EM.TV-Konzern einen Fehlbetrag von 310,2 Mio. Euro aus nach minus 374,2 Mio. Euro im Jahr 2001. Je Aktie betrug das Ergebnis minus 2,13 Euro nach minus 2,60 Euro im Vorjahr.

Die Bilanzsumme des EM.TV-Konzerns ging im Stichtagsvergleich um 31,7 Prozent auf 886,8 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 1.297,5 Mio. Euro). Auf der Aktivseite sank das Anlagevermögen durch laufende und außerplanmäßige Abschreibungen auf Filmrechte sowie durch die weitgehende Abschreibung der Speed-Anteile um 35,2 Prozent auf 601,8 Mio. Euro (Vorjahr: 928,1 Mio. Euro). Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital auf 129,9 Mio. Euro (Ende 2001: 465,7 Mio. Euro), wodurch die Eigenkapitalquote auf 14,6 Prozent zurückging (Vorjahr: 35,9 Prozent).

Der EM.TV-Konzern erreichte 2002 einen positiven Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit von 51,1 Mio. Euro (Vorjahr: 92,8 Mio. Euro). Der Cash-flow des Geschäftsjahres belief sich auf minus 12,6 Mio. Euro (Vorjahr: plus 182,9 Mio. Euro).


AG-Eigenkapital weiter deutlich über gezeichnetem Kapital

Die nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzierende AG, in der die Abschreibung auf die Speed-Anteile in gleicher Höhe vorgenommen wurde, schloss mit einem Fehlbetrag in Höhe von 324,3 Mio. Euro ab (Vorjahr: minus 247,3 Mio. Euro). Die Bilanzsumme lag mit 784,5 Mio. Euro deutlich unter Vorjahresniveau (1.301,1 Mio. Euro). Das Eigenkapital belief sich auf 237,5 Mio. Euro nach 561,6 Mio. Euro zum Vergleichsstichtag 2001. Es lag damit weiterhin deutlich über dem gezeichneten Kapital von 145,9 Mio. Euro. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 30,3 Prozent nach 43,2 Prozent im Vorjahr.

Bei den Finanzverbindlichkeiten standen neben der im Jahr 2005 zur Rückzahlung fälligen Wandelanleihe nur noch kurzfristige Bankschulden in Höhe von 48,9 Mio. Euro zu Buche, bestehend aus der letzten Teilrate des so genannten Junior-Kredits. Dieser wurde Anfang 2003 durch eine weitere Teiltilgung auf den Betrag von 25,0 Mio. Euro verringert.

Restrukturierung soll 2003 nahezu abgeschlossen werden

Das Jahr 2003 wird für EM.TV ein entscheidendes Jahr für die Restrukturierung und Neuausrichtung. Zur vollständigen Rückführung des Junior-Kredits und zur nachhaltigen Sicherung der Liquidität wird der Vorstand den Teil- oder Komplettverkauf der Tochtergesellschaft The Jim Henson Company durchführen. Die parallel mit mehreren Interessenten laufenden Verhandlungen sollen bis Ende April zum Abschluss gebracht werden. Darüber hinaus arbeitet der Vorstand unverändert mit Hochdruck an der Ausweitung des operativen Geschäfts auf neue Genres und Zielgruppen, wobei vor allem dem Themenbereich Sport eine wachsende Bedeutung zukommt. Insgesamt ist beabsichtigt, die Restrukturierung von EM.TV im laufenden Jahr im Wesentlichen abzuschließen.

Kontakt:

Frank Elsner
Frank Elsner Kommunikation für Unternehmen GmbH
Tel.: ++49 - 54 04 - 91 92 0 oder ++49 - 89 - 99 500 450
Fax: ++ 49 - 54 04 - 91 92 29 oder ++49 - 89 - 99 500 466
Mail: info@elsner-kommunikation.de

 

EM.TV: Wesentliche Kennzahlen auf einen Blick

Konzern (IAS/IFRS)

in Mio. Euro

2002

2001

Umsatz

249,9

721,6

Umsatz vergleichbar Vorjahr

249,9

264,3

Materialaufwand

-165,8

-381,2

Personalaufwand

-36,2

-70,2

EBITDA

8,4

285,8

EBITDA vergleichbar Vorjahr

8,4

7,2

Abschreibungen

-96,9

- 419,1

EBIT

-88,5

-133,3

EBIT vergleichbar Vorjahr

-88,5

-302,9

Finanzergebnis

-251,7

-197,3

Konzernergebnis vor Steuern (EBT)

-340,2

-330,6

Steuern

26,8

-24,5

Minderheitenanteile

3,2

-19,1

Konzernjahresfehlbetrag

-310,2

-374,2

Ergebnis je Aktie (Euro)

-2,13

-2,60

31.12.2002

31.12.2001

Bilanzsumme

886,8

1.297,5

Anlagevermögen

601,8

928,1

Umlaufvermögen

253,3

319,4

Liquide Mittel

90,6

128,0

Eigenkapital

129,9

465,7

Eigenkapitalquote (%)

14,6

35,9

Rückstellungen

35,4

44,5

Langfristige Finanzschulden

422,4

398,2

Kurzfristige Finanzschulden

137,5

165,7

2002

2001

Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit

51,1

92,8

Cash-Flow Geschäftsjahr

-12,6

182,9

Zahl der Mitarbeiter (Jahresschnitt)

377

623

Einzelabschluss AG (HGB)

in Mio. Euro

2002

2001

Jahresfehlbetrag

324,3

247,3

31.12.2002

31.12.2001

Bilanzsumme

784,5

1.301,1

Eigenkapital

237,5

561,6

Eigenkapitalquote (%)

30,3

43,2

Langfristige Finanzschulden

436,9

423,3

Kurzfristige Finanzschulden

48,9

81,8



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